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Kapitalerträge: Diese Grundregeln gelten für die Besteuerung von Kapitaleinkünften

Kapitalerträge: Besteuerung von Kapitaleinkünften

In fast allen europäischen Staaten unterliegen Kapitalerträge der Einkommensteuer. In Deutschland hat sich die Besteuerung von Zins- und Dividendeneinkünften mit der Einführung der Abgeltungsteuer im Jahr 2009 komplett verändert. Unternehmen müssen ihre Kapitalerträge beispielsweise im Rahmen der Gewinnermittlung versteuern. Hier lesen Sie, welche Regeln es für die Besteuerung von Kapitalerträgen in Deutschland gibt.

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Unterschiede zwischen Kapitalerträgen im Privat- und im Betriebsvermögen

Seit 2009 unterliegen Kapitalerträge von Privatpersonen nicht mehr dem normalen (progressiven) Einkommensteuertarif. Stattdessen muss z. B. die auszahlende Bank eine 25%ige Abgeltungsteuer einbehalten. Mit dieser ist die Steuerschuld des Anlegers pauschal abgegolten. Die Anrechnung der einbehaltenen Steuerbeträge im Rahmen der Einkommensteuerveranlagung erfolgt nur auf Antrag (Günstigerprüfung). Dies kann sich für Sie vor allem dann lohnen, wenn Sie Freibeträge in Ihrer Einkommensteuererklärung nicht ausschöpfen, oder hohe Sonderausgaben bzw. außergewöhnliche Belastungen haben.

Die Kapitalerträge eines Unternehmens werden dagegen im Rahmen der Gewinn¬ermittlung erfasst und unterliegen somit der normalen Versteuerung (Einkommen- bzw. Körperschaftsteuer). Nach dem sogenannten „Teileinkünfteverfahren“ sind Dividenden und ähnliche Erträge zu 60 Prozent steuerpflichtig. Ausgenommen sind weiterhin Dividenden, die an Kapitalgesellschaften (AG, GmbH etc.) ausgeschüttet werden. Diese bleiben steuerfrei. Bei betrieblichen Einnahmen erfolgt auch weiterhin eine Anrechnung der einbehaltenen Steuerbeträge. Außerdem können Betriebsausgaben geltend gemacht werden, die mit den steuerpflichtigen Einnahmen in Zusammenhang stehen.

Nutzen Sie den Freistellungsauftrag für Kapitalerträge

Das oberste Gebot in Sachen Kapitalerträge lautet: Prüfen Sie Ihre Freistellungsaufträge! Wenn Sie den Sparerpauschbetrag (801 EUR für Alleinstehende/1.602 EUR für Ehepaare) nicht ausschöpfen, weil Sie Ihrer Bank keinen entsprechenden Freistellungsauftrag erteilt haben, verschenken Sie bares Geld. 

Lohnt sich die Übertragung von Kapitalerträgen auf Kinder?

Durch die Abgeltungsteuer wird die Vermögensübertragung auf Kinder aus steuerlichen Gründen weniger attraktiv. Der Abgeltungsteuersatz ist für alle gleich, unabhängig von der Höhe der Einkünfte. Zwar könnte für die Kinder noch eine Berücksichtigung im Rahmen des Sparerpauschbetrags beantragt werden, aber dann wird sich das Finanzamt sicher intensiv damit beschäftigen, ob eine anzuerkennende Übertragung vorliegt. Wollen Sie trotzdem Vermögen übertragen, müssen Sie folgende Grundsätze beachten:

  • Nach der Vermögensübertragung müssen die Kapitalanlagen auf den Namen des Kindes lauten
  • Außerdem muss der endgültige Übergang feststehen. Der Wille der Eltern sollte für die Bank eindeutig erkennbar sein (z. B. ausdrückliche Regelungen zur Begünstigung und Gläubigerstellung des Kindes)
  • Für die steuerrechtliche Zurechnung der Kapitalerträge ist es erforderlich, dass die Eltern das Geldvermögen der Kinder wie fremdes Vermögen behandeln
  • Auslegungsschwierigkeiten können vermieden werden, wenn bei Errichten des Sparkontos klargestellt ist, dass eine Verfügungsbefugnis der Eltern nur auf dem elterlichen Sorgerecht beruht und tatsächlich entsprechend verfahren wird.
  • Die Zinseinkünfte sollten bei minderjährigen Kindern vorsorglich bis zur Volljährigkeit stehen gelassen werden. Schädlich ist es, wenn die Erträge für den Unterhalt des Kindes oder für Belange der Eltern verwendet werden. Bei volljährigen Kindern können die Eltern verlangen, dass das Kind die Erträge und das Vermögen zur Bestreitung seines Unterhalts einsetzt.
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