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Keine Werbungskosten für gemischt genutztes Arbeitszimmer

Werbungskosten für Arbeitszimmer?

Schade. Noch nie war die Chance größer, dass Arbeitnehmer für ihre Arbeit nach Feierabend vom Finanzamt belohnt werden. Doch diese Chance ist vertan. Arbeitnehmer, die zu Hause ein Arbeitszimmer teils privat und teils beruflich nutzen, dürfen nach einem Beschluss des Bundesfinanzhofs keine anteiligen Werbungskosten abziehen. Doch ein bisschen was geht steuerlich dennoch!

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Grundätze zum Abzug von Werbungskosten für das häusliche Arbeitszimmer

Arbeitnehmer, die zu Hause ein häusliches Arbeitszimmer nutzen, profitieren in folgenden Fällen von einem Werbungskostenabzug:

· Kein anderer Arbeitsplatz: Wird ein Arbeitnehmer nur bei Kunden seines Arbeitgebers und in seinem Arbeitszimmer zu Hause tätig und hat in der Einrichtung seines Chefs keinen anderen Arbeitsplatz, kann er die Ausgaben für sein häusliches Arbeitszimmer bis zu einem Höchstbetrag von 1.250 Euro pro Jahr als Werbungskosten abziehen.

· Mittelpunkt: Wird ein Arbeitnehmer nur zu Hause in seinem Arbeitszimmer beruflich tätig, kann er dem Finanzamt die gesamten auf diesen Raum entfallenden Ausgaben als steuersparende Werbungskosten präsentieren. 

Praxis-Tipp:
Das Finanzamt fordert zusätzlich, dass der beruflich genutzte Raum zu Hause büromäßig eingerichtet ist und dass er ausschließlich beruflich genutzt wird. 

Bundesfinanzhof bleibt hart und verhängt Aufteilungsverbot

Wird ein als Büro eingerichteter Raum zu Hause nicht ausschließlich beruflich genutzt, läge eigentlich, Beschluss v. nahe, dass zumindest ein Teil der Ausgaben für das Arbeitszimmer als Werbungskosten abgezogen werden darf. Doch genau dieser Aufteilung erteilte der Große Senat des Bundesfinanzhofs eine Absage (BFH 27.7.2015, Az. GrS 1/14; veröffentlicht am 28.1.2016).

Beispiel:

Ein Arbeitnehmer hat keinen anderen Arbeitsplatz in der Einrichtung seines Arbeitgebers. Er nutzt zu Hause einen Raum, in dem er neben einem Schreibtisch und einem Regal auch ein Gästebett und einen Kleiderschrank aufbewahrt. Folge: Da dieser Raum nicht ausschließlich beruflich genutzt wird, scheidet ein Abzug von Werbungskosten aus.

Variante: Ein Arbeitnehmer nutzt in seinem Wohnzimmer eine 3 Quadratmeter große Arbeitsecke für berufliche Zwecke. Folge: Der Beschluss des Bundesfinanzhofs schließt auch einen Werbungskostenabzug für Arbeitsecken aus.

Variante: Eine Arbeitnehmerin wird an zwei Tagen in der Woche in ihrem Arbeitszimmer tätig. Den Rest der Wochen wird dieser Raum privat genutzt. Folge: Eine Aufteilung der Arbeitszimmerkosten in abziehbare Werbungskosten und nicht abziehbare Werbungskosten nach Zeitanteilen scheidet nach dem BFH-Beschluss aus.

Signalwirkung des BFH-Beschlusses für Steuerzahler

Nutzen Sie einen Raum zu Hause als Arbeitszimmer für berufliche Zwecke, statten Sie den Raum nur mit Möbeln aus, die beruflich notwendig sind. Das Bett, der private Kleiderschrank, das Bügelbrett oder das Fitnessgerät sind in diesem Raum tabu.

Um das Finanzamt davon überzeugen zu können, dass ein Raum zu Hause die Kriterien eines häuslichen Arbeitszimmers erfüllt, sollten Sie Fotos von dem Arbeitszimmer schießen und dem Finanzamt im Zweifel vorlegen.

Praxis-Tipp:
Erfüllen Sie die Voraussetzungen für das häusliche Arbeitszimmer nicht, können Sie dennoch Werbungskosten geltend machen. Und zwar für die beruflich genutzten Möbel, die Sie aus beruflichen Gründen für den Raum zu Hause oder für die Arbeitsecke zu Hause kaufen. Achten Sie beim Kauf darauf, dass der Kaufpreis je Möbelstück netto (also ohne Umsatzsteuer) nicht mehr als 410 Euro beträgt, können Sie die Ausgaben sofort im Jahr der Zahlung als Werbungskosten abziehen. Bei einem Kaufpreis von netto mehr als 410 Euro sind die Anschaffungskosten auf 13 Jahre verteilt abzuschreiben.

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