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Burn-out: Werbungskostenabzug für Mobbing-Behandlungskosten?

Burn-out: Werbungskostenabzug für Mobbing-Behandlungskosten?

Leiden Sie an einer Burn-out-Erkrankung, weil Sie in der Arbeit gemobbt werden, sollten Sie die aus eigener Tasche finanzierten Behandlungskosten als Werbungskosten aus nichtselbständiger Arbeit geltend machen. Ob das Finanzamt den Werbungskostenabzug akzeptiert, hängt vom Ausgaben eines Revisionsverfahrens beim Bundesfinanzhof ab.

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Burn-out-Behandlungskosten als Werbungskosten absetzen?

Fühlen Sie sich beruflich gemobbt, kommen mit dieser Situation psychisch nicht klar und müssen die Kosten für eine Burn-out-Behandlung zum Großteil aus eigener Tasche bezahlen, sollten Sie das Finanzamt an diesen Behandlungskosten beteiligen. Doch nicht über die Beantragung eines Abzugs als außergewöhnliche Belastung, sondern als Werbungskosten.

Der Nachteil bei Beantragung außergewöhnlicher Belastungen nach § 33 Abs. 1 EStG liegt auf der Hand. Durch die zumutbare Eigenbelastung, die jeder Steuerzahler je nach Familienstand und Höhe seiner Einkünfte bezahlen muss, wirken sich die Behandlungskosten für Mobbing-Patienten kaum oder schlimmstenfalls steuerlich gar nicht aus. Beim Werbungskostenabzug muss das Finanzamt dagegen jeden Cent steuerlich anerkennen.

Beispiel

Der ledige Frank Huber wird gemobbt. Ein Kollege mit deutlich geringeren Qualifikationen wird befördert. Frank lässt sich krankschreiben und lässt sich wegen Burn-out (hervorgerufen durch das Mobbing in der Arbeit) in eine Spezialklinik einweisen. Dabei entstehen ihm Kosten von 2.000 Euro, die er selbst bezahlen muss. Sein Gesamtbetrag der Einkünfte beträgt 60.000 Euro.

Auswirkung bei Beantragung des Abzugs außergewöhnlicher Belastungen

 

Selbst getragene Kosten zur Behandlung einer Burn-out-Erkrankung

2.000 Euro

-

Zumutbare Eigenbelastung (laut Tabelle in § 33 Abs. 3 EStG; 7% von 60.000 Euro = 4.200 Euro, maximal in Höhe der Behandlungskosten)

-2.000 Euro

=

Abzug der Behandlungskosten als außergewöhnliche Belastung

0 Euro

Auswirkung bei Beantragung von Werbungskosten

Abzug der Behandlungsosten wegen Burn-out-Erkrankung

2.000 Euro

Tipp

Damit das Finanzamt den Werbungskostenabzug tatsächlich akzeptiert, empfiehlt sich folgende Vorgehensweise:

  • Lassen Sie sich bestätigen, dass Ihre Burn-out-Erkrankung eine Berufskrankheit wegen Mobbings am Arbeitsplatz ist.
  • Beantragen Sie für die selbstgetragenen Behandlungskosten einen Werbungskostenabzug in Anlage N zur Einkommensteuererklärung.
  • Lehnt das Finanzamt den Werbungskostenabzug ab, legen Sie Einspruch ein und beantragen Sie ein Ruhen des Einspruchsverfahren, bis der Bundesfinanzhof in einem Musterprozess in dieser Angelegenheit sein Urteil gefällt hat (BFH, Az. VI R 36/13).
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