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Muss ich BaföG-Zahlungen in meiner Steuererklärung angeben?

BaföG: Gehört es in die Steuererklärung?

Studenten und Handwerker, die ihren Meister machen und dafür BaföG beziehen, stellen sich beim Ausfüllen ihrer Steuererklärung meist die beiden Fragen „Muss ich die erhaltenen BaföG-Zahlungen in meiner Steuererklärung angeben und letztlich versteuern“ oder „Kann ich bei Rückzahlung des BaföG die Zinsen für ein Darlehen steuersparend in meiner Steuererklärung unterbringen?“.

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BaföG muss nicht in der Steuererklärung erfasst werden

Erhalten Sie als Student oder im Rahmen der beruflichen Aufstiegsfortbildung (z.B. Meisterkurs) BaföG, müssen Sie die erhaltenen BaföG-Zahlungen in Ihrer Steuererklärung nicht als steuerpflichtige Einnahme erfassen. Denn beim BaföG (= Bundesausbildungs-Förderungsgesetz) handelt es sich um steuerfreie Zahlungen nach § 3 Nr. 11 EStG.

Beispiel:

Sie sind angestellter Handwerker und absolvieren einen Vollzeit-Meisterkurs. Nach Bestehen des Meisterkurses arbeiten Sie wieder für Ihren bisherigen Arbeitgeber. Sie bekommen für die Dauer des Meisterkurses BaföG. Folge: Sie bekommen das BaföG zwar anstatt Ihres Gehalts zur Bestreitung Ihrer Lebenshaltungskosten. Dennoch liegen steuerfreie Einnahmen vor. Sie müssen dem Finanzamt Ihr BaföG deshalb nicht in der Steuererklärung mitteilen.

Komplette Steuerfreiheit: Das BaföG ist tatsächlich komplett steuerfrei. Das bedeutet im Klartext, dass die erhaltenen BaföG-Zahlungen anders wie beispielsweise das Kranken- oder Elterngeld als Lohnersatzleistungen anzusehen sind und deshalb nicht in den Progressionsvorbehalt einbezogen werden. Das bedeutet: Das BaföG führt nicht dazu, dass sich der Einkommensteuersatz auf Ihr übriges Einkommen erhöht. 

BaföG: in der Steuererklärung angeben oder nicht?
Gute Nachricht: BaföG muss nicht als steuerpflichtige Einnahme in der Steuererklärung angegeben werden.

Rückzahlung des BaföG in Steuererklärung erfassen

Anders sieht es in der Steuererklärung aus, wenn Sie einen Teil des BaföG zurückzahlen müssen und dafür ein Darlehen aufnehmen. Die Rückzahlung des Bafög sollte unbedingt in die Steuererklärung. Denn die Zinszahlungen (nicht dagegen die Tilgungsraten) können steuersparend geltend gemacht werden.

Je nachdem, ob Sie das BaföG im Rahmen einer Erst- oder eine Zweitausbildung erhalten haben, sollten Sie bei der Rückzahlung des BaföG in der Steuererklärung folgende Unterscheidungen beachten:

  • Sonderausgabenabzug: Wurde das BaföG im Rahmen einer Erstausbildung bzw. im Rahmen eines Erststudiums (Ausbildung oder Studium direkt nach Schulabschluss) gewährt und Sie zahlen es nach Abschluss des Studiums wieder zurück, dürfen die Zinsen als Sonderausgaben abgezogen werden, beschränkt auf 6.000 Euro pro Jahr.
  • Werbungskosten: Handelte es sich dagegen um eine Zweitausbildung bzw. um ein Zweitstudium (Abschluss einer Ausbildung vor dem Studium oder Abschluss eines Studiums vor einer Ausbildung), für diese das BaföG bezahlt wurden, sind die Zinszahlung für die Rückzahlung des BaföG als Werbungskosten in der Steuererklärung abziehbar.

Nachteilig wirkt sich der Sonderausgabenabzug nur dann aus, wenn Sie die Zinszahlungen in einem Jahr leisten, in dem Sie keine steuerpflichtigen Einnahmen erzielt haben. Dann würde der Sonderausgabenabzug steuerlich ungenutzt verpuffen. Dürfen Sie die Zinsen für die BaföG-Rückzahlung als Werbungskosten abziehen und erzielen in diesem Jahr keine steuerpflichtigen Einnahmen, dürfen Sie die Zinsen (= negative Einnahmen) mit anderen Einkünften des Vorjahrs oder mit Einkünften späterer Jahre steuersparend verrechnen.

Beispiel:

Sie müssen einen Teil des BaföG in Raten zurückzahlen. Sie zahlen 300 Euro Zinsen in einem Jahr, in dem Sie noch keine neue Anstellung gefunden und deshalb auch keine Einnahmen erzielt haben. Die BaföG-Zahlungen haben Sie a) für eine Erstausbildung oder b) für eine Zweitausbildung erhalten. Die Rückzahlung des BaföG wirkt sich in Ihrer Steuererklärung folgendermaßen aus:

Variante a: BaföG für Erstausbildung Variante b: BaföG für Zweitausbildung
Zinszahlungen grundsätzlich abziehbar als Sonderausgaben, begrenzt auf 6.000 Euro pro Jahr Werbungskosten aus nichtselbstständiger Arbeit in unbegrenzter Höhe
Im Jahr der Zahlung Verpuffen steuerlich ungenutzt, wenn keine Einnahmen erzielt werden. Können mit Einkünften des Vorjahrs (= Verlustrücktrag) oder mit Einkünften späterer Jahre (= Verlustvortrag) steuersparend verrechnet werden.

Unser Tipp: BaföG hin oder her – wenn Sie für Ihre Steuererklärung eine Steuersoftware wie z.B. TAXMAN nutzen, finden Sie mit Sicherheit Ihre Möglichkeiten, Steuern zu sparen.

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