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Photovoltaikanlage: Haftungsrisiko Bauabzugsteuer ab 1.1.2016

Photovoltaikanlage

Entscheiden Sie für die Installation einer Photovoltaikanlage auf dem Dach Ihres Eigenheims und speisen einen Teil des erzeugten Stroms gegen Vergütung ins Netz eines Energieunternehmens ein, sind Sie in den Augen des Finanzamts ein Gewerbetreibender. Und als Gewerbetreibender haben Sie spezielle steuerliche Verpflichtungen. Eine neue Verpflichtung ist die Bauabzugsteuer, die sie seit 1.1.2016 beachten müssen.

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Bauleistungen erstmals ab 1.1.2016 auch bei Installation einer Photovoltaikanlage

Unter Bauleistungen sind alle Leistungen zu verstehen, die der Herstellung, Instandsetzung oder Instandhaltung, Änderung oder Beseitigung von Bauwerken dienen (§ 48 Abs. 1 Satz 3 EStG). Nach Abstimmung der obersten Behörden des Bundes und der Länder wurde für Betreiber von Photovoltaikanlagen Folgendes entschieden (Bayerisches Landesamt für Steuern, Verfügung v. 16.9.2015, Az. S 2272.1.1-3/8 St 32):

· Die Installation einer Photovoltaikanlage an oder auf einem Gebäude stellt neuerdings eine Bauleistung im Sinn des § 48 EStG dar.

· An der Auffassung, dass Photovoltaikanlagen als Betriebsvorrichtungen nicht den Begriff des Bauwerks erfüllen wird nicht mehr festgehalten.

· Diese Rechtsauffassung gilt zwingend für erbrachte Bauleistungen im Rahmen der Installation einer Photovoltaikanlage ab dem 1.1.2016.

Praxis-Tipp:

Die Bauabzugsteuer wird nicht auf den Kaufpreis der Photovoltaikanlage fällig, sondern nur auf die von einem Handwerker oder von einem Fachbetrieb in Rechnung gestellten Installationsleistungen (= Bauleistungen).

Haftungsrisiko, wenn Bauabzugsteuer nicht einbehalten wird

Wird die 15%ige Bauabzugsteuer nicht einbehalten und ans Finanzamt abgeführt und führt der Handwerker keine Steuern ab, kann das Finanzamt Sie als Auftraggeber von Bauleistungen in Haftung nehmen. Das bedeutet, das Sie die neben der Bezahlung der Rechnung an den Handwerker zusätzlich 15% der in Rechnung gestellten Bauleistung ans Finanzamt zahlen müssen.

Einbehalt der Bauabzugsteuer lässt sich vermeiden

Die Verpflichtung zum Einbehalt und zur Abführung der Bauabzugsteuer und damit das Haftungsrisiko lassen sich jedoch vermeiden. Und zwar indem Sie eine Freistellungsbescheinigung von der Bauabzugsteuer von dem Handwerker anfordern. Der Handwerker bekommt diese Bescheinigung von seinem Finanzamt ausgestellt. Das Finanzamt bescheinigt ihm quasi, dass er seinen steuerlichen Pflichten nachkommt und dass es keiner Sicherstellung der Besteuerung der Bauleistungen im Sinn der Bauabzugsteuer bedarf.

Aufgepasst: Die Freistellungsbescheinigung sollte stets direkt vor Bezahlung der Rechnung angefordert werden und nicht bereits bei Beauftragung des Handwerkers. Denn es muss eine im Zeitpunkt der Zahlung gültige Bescheinigung vorliegen.

Keine Bauabzugsteuer in Bagatellfällen

Die Bauabzugsteuer für die Installation einer Photovoltaikanlage wird auch dann nicht fällig, wenn das Auftragsvolumen die Bagatellgrenze von 5.000 Euro nicht überschreitet. Auf der sicheren Seite stehen Sie aber immer, wenn Sie eine Freistellungsbescheinigung von der Bauabzugsteuer vom Handwerker anfordern.

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