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Selbst erbrachte Pflegeleistungen steuerlich nicht absetzbar

Selbst erbrachte Pflegeleistungen steuerlich nicht absetzbar

Wer privat seine Eltern pflegt, kann keine außergewöhnliche Belastung auf Stundenbasis der Pflegeleistungen geltend machen. Es ist jedoch der Abzug eines Pflegepauschbetrags in Höhe von 924 Euro möglich.

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Pflegepauschbetrag: So werden Pflegeleistungen steuerlich absetzbar

Pflegen Sie Ihren Vater oder Ihre Mutter in Ihrem Haushalt, wissen Sie wie hart das sein kann. Man ist rund um die Uhr gefordert, hat kaum Zeit für Freizeitaktivitäten und steckt auch viel Geld in die Pflege. Eine Ärztin, die ihren Vater privat aufopferungsvoll pflegte, wollte die erbrachte Arbeitsleistung nun von der Steuer absetzen. 

Die angestellt Ärztin beantragte beim Finanzamt für ihre erbrachten privaten Pflegeleistung eine außergewöhnlicher Belastung nach § 33 EStG. Dazu legte sie dem Finanzamt Aufzeichnungen über die Stunden vor, an denen sie ihren in Pflegestufte 2 eingestuften Vater gepflegt hat. Pro Stunde berechnete die Ärztin 29,84 Euro. Dieser Stundensatz entspricht dem Satz für Krankenhausärzte im Bereitschaftsdienst.

Keine Steuervergünstigung für eigene Pflegeleistungen

Der Sachbearbeiter im Finanzamt und die Richter des Finanzgerichts Münster ließen die errechneten Kosten für die Pflege des kranken Vaters nicht als außergewöhnliche Belastung zum Abzug zu (FG Münster, Urteil v. 15.4.2015, Az. 11 K 1267/13 E). Die Begründung: Als außergewöhnliche Belastung sind nur Aufwendungen abziehbar. Aufwendungen sind Geldleistungen oder Sachleistungen. 

Ganz leer gehen Kinder jedoch nicht aus, wenn sie einen kranken Elternteil pflegen. Auf Antrag können Kinder für diese Pflege einen Pflegepauschbetrag von 924 Euro steuerlich absetzen (§ 33 Abs. 6 EStG). Werden beide Elternteile gepflegt, verdoppelt sich der Pflegepauschbetrag auf 1.848 Euro. Mit diesem steuermindernden Pflegepauschbetrag ist jedoch nicht die Arbeitsleistung abgegolten, sondern die mit der Pflege entstandenen Ausgaben.

Tipp

Pflegen mehrere Kinder einen Elternteil oder beide Eltern steht leider nicht jedem der Pflegepauschbetrag von 924 Euro in voller Höhe zu, sondern jedem nur anteilig.

Beispiel: Die Schwestern Hanna und Sabine pflegen ihren schwerkranken Vater. Jedem von den beiden steht für die Pflege des Vaters ein anteiliger Pflegepauschbetrag von 462 Euro zu. 

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