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Vermögenswirksame Leistungen: Diese Zuschüsse zahlt der Staat

Zuschüsse vom Staat - vermögenswirksame Leistungen

Die vermögenswirksame Leistung ist eine tarifvertragliche oder per Arbeitsvertrag vereinbarte Geldleistung durch den Arbeitgeber. Sie wird direkt vom Arbeitgeber auf das vom Arbeitnehmer benannte Anlagekonto überwiesen. Je nach Vertrag muss bzw. kann der Arbeitnehmer selbst etwas hinzuzahlen.

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Vermögenswirksame Leistungen sind Bestandteil des Lohns oder Gehalts. Sie gehören zu den steuerpflichtigen Einnahmen aus nichtselbstständiger Arbeit.

Begünstigte Anlageformen sind insbesondere die Anschaffung von Wertpapieren, Beteiligungen oder Genussrechte an Wertpapieren. Vermögenswirksame Leistungen können auf einem Bausparvertrag angelegt oder zur Darlehenstilgung bei einer selbst genutzten Immobilie verwendet werden.

Auch die Einzahlung in eine Lebensversicherung oder einen Banksparplan ist möglich; diese beiden Anlagen werden aber nicht durch die Arbeitnehmer-Sparzulage gefördert.

Wie hoch ist die Arbeitnehmer-Sparzulage bei einer vermögenswirksamen Leistung?

Für bestimmte Vermögensanlagen zahlt der Staat eine Arbeitnehmer-Sparzulage. Ihre Höhe hängt von der Anlageform ab.

Vermögenswirksame Leistungen zum Wohnungsbau (z. B. Bausparvertrag, Erwerb von Anteilen an einer Bau- oder Wohnungsbaugenossenschaft) sind bis zu einem Höchstbetrag von 470 EUR und einem Zulagensatz von 9 % = max. 42,30 EUR begünstigt.

Die Anlage von vermögenswirksamen Leistungen in Vermögensbeteiligungen (insbesondere Erwerb von Wertpapieren und Beteiligungen oder Sparverträge über Wertpapiere) ist bis zu einem Höchstbetrag von 400 EUR und einem Zulagesatz von 20 % = max. 80 EUR begünstigt.

Beide Förderungen können nebeneinander in Anspruch genommen werden, sodass vermögenswirksame Leistungen bis zu 870 EUR jährlich mit einer Arbeitnehmer-Sparzulage von insgesamt 122,30 EUR begünstigt sind.

Für Lebensversicherungsbeiträge gibt es keine Sparzulage.

Bei Ehepaaren kann für jeden Ehegatten eine Arbeitnehmer-Sparzulage gewährt werden, wenn jeder Arbeitslohn bezogen hat und Teile davon als vermögenswirksame Leistungen angelegt sind.

Wie hoch darf das Einkommen für eine Arbeitnehmer-Sparzulage sein?

Für die Arbeitnehmer-Sparzulage gelten folgende Einkommensgrenzen:

  • 17.900 EUR für Alleinstehende bzw. 35.800 EUR bei der Zusammenveranlagung von Ehegatten bei Anlage von vermögenswirksamen Leistungen zum Wohnungsbau (z. B. Bausparvertrag, Darlehenstilgung oder Erwerb von Anteilen an einer Wohnungsbaugenossenschaft).
  • 20.000 EUR für Alleinstehende bzw. 40.000 EUR bei der Zusammenveranlagung von Ehegatten bei Anlage von vermögenswirksamen Leistungen in Vermögensbeteiligungen (Wertpapiere, Beteiligungen oder Sparverträge über Wertpapiere).

Maßgebend ist das zu versteuernde Einkommen im Jahr der Sparleistungen. Haben Sie Kinder, können Sie die steuerlich zu berücksichtigenden Freibeträge für Kinder (3.504 EUR oder 7.008 EUR je Kind) immer abziehen, auch wenn diese im Steuerbescheid nicht abgezogen wurden, weil das Kindergeld günstiger war.

Wie erfolgt die Zahlung der Arbeitnehmer-Sparzulage?

Die vermögenswirksamen Leistungen werden dem Anleger nach dem Jahresende von dem Anlageunternehmen (Bank, Bausparkasse usw.) auf amtlichem Vordruck (Anlage VL) bescheinigt. Diese Bescheinigung ist der Einkommensteuererklärung beizufügen.

Die Arbeitnehmer-Sparzulage wird vom Finanzamt festgesetzt. Ausgezahlt wird sie aber erst nach Ablauf der Sperrfrist (sechs bis sieben Jahre je nach Anlageform) über das Anlageinstitut oder bei Zuteilung des Bausparvertrags oder bei einer sog. unschädlichen vorzeitigen Verfügung. Die Antragsfrist beträgt vier Jahre.

Wann erhalte ich die Wohnungsbauprämie?

Unabhängig von der Arbeitnehmer-Sparzulage  bei einer vermögenswirksamen Leistung sind Aufwendungen zur Förderung des Wohnungsbaus begünstigt. Dies sind

  • Beiträge an Bausparkassen,
  • Erwerb von Anteilen an Bau- und Wohnungsgenossenschaften oder der Erwerb von Rechten zur dauerhaften Selbstnutzung von Wohnraum in einer Alten- oder Behinderteneinrichtung,
  • Sparverträge, bei denen die Sparbeiträge zum Bau oder zur Anschaffung eines Eigenheims oder einer Eigentumswohnung verwendet werden und
  • bauliche Maßnahmen eines Mieters zur Modernisierung seiner Wohnung.

Die Wohnungsbauprämie  beträgt 8,8 % der Aufwendungen, maximal 45,06 EUR bei Ledigen bzw. 90,11 EUR bei Verheirateten mit Zusammenveranlagung.

Um Anspruch auf Wohnungsbauprämie zu haben, darf das zu versteuernde Einkommen bei Ledigen 25.600 EUR, bei Verheirateten mit Zusammenveranlagung 51.200 EUR nicht übersteigen. Der Bruttolohn kann dennoch deutlich höher sein, insbesondere wenn Kinder zu berücksichtigen sind, denn die Kinderfreibeträge (3.504 EUR oder 7.008 EUR je Kind) werden bei der Ermittlung des zu versteuernden Einkommens für Zwecke der Wohnungsbauprämie immer abgezogen.

Den Antrag auf Wohnungsbauprämie erhält der Arbeitnehmer am Jahresende von seinem Anlageinstitut. Dort muss er den ausgefüllten Antrag auch einreichen.

Für Neuverträge ab dem 1.1.2009 wird die Wohnungsbauprämie nur noch gezahlt, wenn das Geld für wohnwirtschaftliche Maßnahmen verwendet wird. Die Zweckbindungsfrist von sieben Jahren für wohnwirtschaftliche Maßnahmen entfällt. Damit haben alle Verträge mit Vertragsbeginn 2009 und später eine unendliche Bindungsfrist (einmalige Ausnahme: Bausparer war bei Vertragsabschluss noch keine 25 Jahre alt).

Unschädlich ist eine Verfügung ohne Verwendung zum Wohnungsbau nur bei Tod, Erwerbsunfähigkeit oder Arbeitslosigkeit von mehr als einem Jahr.

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