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Kirchensteuer zur Abgeltungsteuer – Antworten auf häufig gestellte Fragen

Kirchensteuer und Abgeltungsteuer

Erzielen Sie Kapitalerträge, behält die Bank dafür normalerweise die 25%ige Abgeltungsteuer und darauf noch einmal 5,5% Solidaritätszuschlag ein. Seit 2015 kümmert sich die Bank auch um den Einbehalt der Kirchensteuer auf Kapitalerträge. Ein Thema, das bei Sparern viele steuerliche Fragen aufwirft. Hier die wichtigsten Infos rund um das Thema „Kirchensteuer & Kapitalerträge“ im Frage-Antwort-Stil.

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Frage 1

Reicht es nicht, dass die Bank schon die Abgeltungsteuer und den Soli einbehält? Warum nun eine zusätzliche, neue Steuer auf Kapitalerträge?

Antwort:

Beim Einbehalt der Kirchensteuer auf Kapitalerträge handelt es sich um keine neue Steuer auf Kapitalerträge. Wer evangelisch oder katholisch ist und Kapitalerträge über dem Sparer-Pauschbetrag von 801 Euro/1.602 Euro (ledig/zusammenveranlagte Eheleute) erzielt, muss schon seit 2009 Kirchensteuer auf seine Kapitalerträge bezahlen. Es erfolgte bisher jedoch kein Einbehalt durch die Bank, sondern die Kirchensteuer hätte das Finanzamt im Einkommensteuerbescheid nacherheben müssen. Da viele Sparer jedoch keine Einkommensteuererklärung beim Finanzamt einreichten, wurde die Kirchensteuer auf Kapitalerträge sehr oft nicht bezahlt. 

Frage 2

Bin ich ein Steuerhinterzieher, wenn ich in den Jahren 2009 bis 2014 die Kirchensteuer auf Kapitalerträge nicht bezahlt habe, weil ich keine Einkommensteuererklärung eingereicht habe?

Antwort:

Nein. Sie müssen kein Verfahren wegen Steuerhinterziehung fürchten. In den Kirchensteuergesetzen ist nämlich geregelt, dass das Nichtbezahlen von Kirchensteuer nicht nach weltlichen Maßstäben strafbar ist (so auch der Bundesgerichtshof in einem Urteil; Az. 5 StR 547/07).

Frage 3

Kann ich verhindern, dass die Bank Kirchensteuer auf meine Kapitalerträge einbehält?

Antwort:

Sie können den Einbehalt der Kirchensteuer tatsächlich verhindern. Dazu müssen Sie bis Ende Juni beim Bundeszentralamt für Steuern (www.bzst.de) einen Sperrvermerk für das Folgejahr beantragen. Bis Ende Juni 2016 können Sie also noch einen Antrag stellen, dass die Bank ab 2017 keine Kirchensteuer mehr auf Kapitalerträge einbehält. 

Frage 4

Welche steuerlichen Konsequenzen hat es, wenn ich einen Sperrvermerk für den Einbehalt der Kirchensteuer durch meine Bank beantrage?

Antwort:

Durch die Beantragung des Sperrvermerks erhalten Sie eine Stundung der Kirchensteuer. Sie müssen diese nicht sofort bei Zufluss der Kapitalerträge bezahlen, sondern erst im Steuerbescheid des betreffenden Jahres. Ihr Finanzamt wird jedoch über die Beantragung des Sperrvermerks informiert und wird Sie deshalb für dieses Jahr zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung verpflichten.

Praxis-Tipp:
Die Beantragung des Sperrvermerks macht also nur dann Sinn, wenn es um hohe Einbehalte zur Kirchsteuern geht und Sie diese Zahlung nicht sofort leisten möchten. Bei nur kleinen Einbehalten, macht der Sperrvermerk keinen Sinn, wenn Sie durch gezwungen sind, eine Einkommensteuererklärung ausfüllen und beim Finanzamt einreichen zu müssen. 

Frage 5

Kann ich die auf Kapitalerträge gezahlte Kirchsteuer steuersparend als Sonderausgabe abziehen?

Antwort:

Leider nein. Normalerweise ist die Kirchensteuer, die der Arbeitgeber von Ihrem Arbeitslohn einbehalten hat, nach § 10 Abs. 1 Nr. 4 EStG als Sonderausgabe abziehbar. Dasselbe gilt für geleistete Kirchensteuervorauszahlungen. Doch die Kirchensteuer, die auf Kapitalerträge fällig wird, ist vom Sonderausgabenabzug ausgeschlossen (§ 10 Abs. 1 N. 4, 2. Halbsatz EStG). 

Frage 6

Mein Ehemann und ich haben bei der Bank ein Gemeinschaftsdepot. Ich erzielte Kapitalerträge aus Aktiengeschäften. Mein Mann dagegen nicht. Das Problem: Nur mein Mann ist kirchensteuerpflichtig. Müssen wir nun Kirchensteuer auf unsere Kapitalerträge entrichten?

Antwort:

Nein. Die Bank ordnet bei Gemeinschaftsdepots Ehegatten die erwirtschafteten Kapitalerträge je zur Hälfe zu. Das bedeutet, dass nur für 50% der Kapitalerträge Kirchensteuer fällig wird. Sie können in diesem Fall jedoch für Ihren Mann einen Sperrvermerk beantragen und in der Einkommensteuererklärung angeben, dass nur Sie die Kapitalerträge erzielt haben. In diesem Fall wird dann keine Kirchensteuer fällig.

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